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Archive for the ‘Latex Geschichte’ Category

Eine kleine Latexgeschichte

Samstag, Januar 10th, 2009

1. Was ist Latex überhaupt?

Latex ist ein Naturprodukt. Es handelt sich hier um die Milch des Latexbaumes und anderer Kautschuk produzierender Pflanzen. Während den Eingeborenen Südamerikas Kautschuk als Naturgummi bereits seit Jahrhunderten unter der Bezeichnung cahuchu (weinendes Holz) bekannt war, entdeckten die Europäer dieses Naturprodukt erst im 15. Jahrhundert. Französisch eingefärbt wurde daraus caoutchouc - Kautschuk. Den Europäern gelang es schnell die Vorzüge des neuen Materials zu nutzen. So stellten sie fest, dass mit Latex behandelte Kleidung wasserdicht wurde und Schläuche aus Latex die genähten Lederschläuche übertrafen.

Der Einzug von Kautschuk nach Europa gestaltete sich zunächst schwierig, da sich Kautschukbaum in Europa nicht anpflanzen ließ. Ebenso konnte die gewonnene Milch nicht für die Dauer des Transports konserviert werden.

Erst mit der Erfindung der Vulkanisation durch Charles Goodyear im Jahre 1839 war es möglich den Naturkautschuk so zu verarbeiten, dass er für den Handel und lange Transportwege geeignet war.

Nicht nur aus der Herstellung selbst, sondern auch aus den Erntebedingungen, dem jeweiligen Klima und natürlich der Ausgangspflanze ergeben sich Qualitätsunterschiede.


2. Herstellung / Verarbeitung

Latexkleidung wird auf verschiedene Art und Weise hergestellt. Folgende Herstellungsverfahren sind zu nennen:


Getauchte Ware : eine vorher hergestellte Form wird in ein Bad aus Flüssiglatex getaucht und anschließend entnommen, so dass sich über der Form je nach Wiederholung eine Schicht von rund 0,05 mm – 0,1 mm bildet. Diese Herstellungsart ist relativ preiswert und es lassen sich auch anatomisch geformte Teile machen.
Nachteile: Da die Materialstärke bei dieser Verfahrensweise schwanken kann, sind Öffnungen und Kanten nicht sehr stark belastbar und reißen leichter. Außerdem schließt dieses Verfahren eine Maßanfertigung aus.

Latex Kleben (schweißen): Dies ist die übliche Art der Herstellung. Hierbei werden aus bereits vorgefertigten Latexbahnen, wie aus Stoffbahnen, die Kleidungsstücke gefertigt. Wie beim Schneider werden die Teile aus den Bahnen geschnitten und zusammengeklebt. Die vorteile dieser Methode liegen in einer konstanten Materialstärke, bei gleich bleibender Festigkeit und Haltbarkeit. Ein wesentlicher Vorteil beim tragen ist auch, dass keine Nähte den Tragekomfort beeinträchtigen. Natürlich ist hier dem Design keine Grenze gesetzt und Maßkonfektionen stellen kein Problem dar. Dieser Aufwand schlägt sich in einem höheren Preis gegenüber der nur getauchten Ware nieder.


Latex Kleben und Nähen: Hier werden die aus den Bahnen gefertigten Teile nicht durch Kleben oder Schweißen zusammen gefügt, sondern durch Nähen. Dies bietet sich insbesondere bei dickeren Latexqualitäten an, um deren Haltbarkeit zu erhöhen. Der große Nachteil bei dieser Verarbeitungsvariante ist aber die fehlende Dehnbarkeit sowie die Beeinträchtigung des Tragekomforts: Nähte tragen auf und können scheuern. Auch müssen die Nahtstellen zusätzlich durch Unternähte gesichert werden. Schließlich ist das Material durch die Einstichstellen an den Nähten perforiert und es besteht das Risiko, dass die Teile an diesen Stellen leichter reißen. Dies Verfahren ist sehr aufwändig und teuer und bietet sich nur bei entsprechenden Produkten an, z. B. Mänteln.

Farben: Der von Natur aus weißliche Grundstoff der Latexmilch wird bei der Herstellung zum Kautschuk zunächst hellbeige. Bei der Weiterverarbeitung werden neben Schwefel (im Vulkanisierverfahren) auch Farbpigmente beigegeben, so dass im Prinzip jede Farbgebung möglich ist. Wir bei RoyalandRaw bieten daher eine breite Palette an Farbgebungen an.

Materialstärke: Es gibt hier eine erhebliche Bandbreite, die von 0,28 mm bis 1,2 mm reicht. Die Materialstärke bestimmt sich zunächst einmal durch das Bekleidungsstück und die Art seiner Verwendung. Je dünner die Latexbekleidung ist, um so besser schmiegt sie sich an den Körper an. Bei zu dünner Materialstärke besteht aber das Risiko, dass das Kleidungsstück einreißt. Ein Catsuit in 0,28 mm oder 0,35 mm ist natürlich körperbetonter als ein 1,20 mm starker  Ganzanzug.